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12. Krankenhaus-Qualitätstag der KGNW: Qualitätsmanagement und Digitalisierung

Am 27.06.2018 fand der 12. Krankenhaus-Qualitätstag der Kranken-hausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), in Kooperation mit der GQMG, im Haus der Unternehmer in Duisburg mit rund 130 Teilnehmern statt. Die diesjährigen Schwerpunkte lagen auf den Perspektiven des Qualitätsmanagements der Krankenhäuser, dem Thema Qualitäts-management und Digitalisierung sowie der Umsetzung der Qualitätsmanagement-Richtlinie und den Neuerungen im Strukturierten Qualitätsbericht der Krankenhäuser.

In seiner Eröffnungsrede kritisiert Herr Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach und langjähriger Vorsitzender der Kommission Qualitätsmanagement der KGNW, die aktuelle, vom G-BA regulierte gesetzliche Qualitätssicherung. Die Qualitätssicherung werde zunehmend als strukturpolitisches Instrumentarium eingesetzt. Er verweist dabei auf die Regelungen zu Mindestmengen und die Einführung der Plan-QIs. Dabei werde das eigentliche Ziel, die Qualitätsverbesserung häufig aus den Augen verloren. Nicht nur die Qualitätssicherung befinde sich dabei auf einem Irrweg. Immer häufiger würde versucht, durch ökonomischen Druck oder mit vergütungsrelevanten Anreizen die medizinischen und therapeutischen Entscheidungen der Ärzte zu beeinflussen. Imdahl betont dagegen die Wichtigkeit des Arzt-Ethos. Das ärztliche Handeln zum Wohlergehen des Patienten sei die Grundlage für qualitätsorientierte Medizin und müsse als Zielsetzung von den Krankenhäusern, den Krankenkassen und der Gesundheitspolitik wieder mehr in den Fokus gestellt werden.

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Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach GmbH

Der anschließende Themenblock „Qualitätsmanagement und Digitalisierung“ richtete einen besonderen Blick auf die Herausforderungen der sektorenübergreifenden Versorgung und die Frage, wie diese Prozesse im Zeitalter der Digitalisierung mitgestaltet werden können. Herr Potratz, Referent regionale Vernetzung St. Franziskus-Stiftung Münster, stellte die „elektronische Geriatrieakte im Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland“ aus dem Projekt I/E-Health NRW vor und betonte, dass eine sektorenübergreifende Versorgung eine Vernetzung aller Beteiligten voraussetze, um den Informationsaustausch über die einzelnen Sektoren hinweg zu gewährleisten und eine intersektorale Kommunikation herzustellen.
Frau Rimbach-Schurig (Wissenskonsil) hob die großen Herausforderungen der Überschreitung der Sektorengrenzen am Beispiel des Entlassmanagements hervor. Auch hier könne die Digitalisierung einen erheblichen Nutzen für die Patientenversorgung haben, vorausgesetzt, die intersektorale Kommunikation aller Beteiligten der Patientenversorgung, aber auch der Kostenträger, werde gefördert und gefordert.
Frau Dr. Hecker, stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) und Leiterin der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Risikomanagement am Universitätsklinikum Essen, betonte, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen bereits lange eingesetzt habe und aktiv gestaltet werden müsse. Sie biete große Chancen für die Patientensicherheit und stärke die Selbstbestimmtheit der Patienten.

Wie mit dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) den Risiken der Digitalisierung begegnet werden kann, verdeutlichte Herr Plomann, IT-Leiter Katholisches Klinikum Lünen/Werne. Krankenhäuser ab 30.000 Patientenfälle pro Jahr werden als kritische Infrastrukturen eingestuft und zählen damit zu den bedeutsamen Versorgungssystemen, denen der Gesetzgeber mit der KRITIS-Verordnung ein umfangreiches Management für das Aufrechterhalten der Funktionsfähigkeit dieser Strukturen auferlegt hat. Aus seiner Erfahrung sei eine stufenweise Implementierung eines ISMS mit Sicherheitsstandards und -prozessen der beste Weg.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde betont, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen in erheblichem Maße von den Methoden des Qualitätsmanagements profieren könne, um die Entwicklung in Richtung Patientensicherheit zu lenken. Auch wurde die Erforderlichkeit der digitalen Kompetenz der Mitarbeiter im Krankenhaus hervorgehoben, die aktiv durch das Krankenhaus, aber auch die Politik gestärkt werden sollte.

Frau Dr. Voit, Referentin für Personalwesen und Krankenhausorganisation bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft, stellte im dritten Themenblock die Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) vor, die eine Harmonisierung der sektorspezifischen Vorgaben für den ambulanten und stationären Bereich darstelle. Hier sei die Chance genutzt worden, Vorgaben für das Qualitätsmanagement in der medizinischen Versorgung, unabhängig vom behandelnden Sektor, zu definieren. Frau Weiß, Leitung Qualitätsmanagement St. Vinzenz-Hospital Dinslaken, setzte sich mit der Frage auseinander, welche Möglichkeiten sich für das Qualitätsmanagement aus der neuen Richtlinie ergeben. Die Anforderungen an ein QM im Krankenhaus seien definiert, die Führungsverantwortung für die Geschäftsführung betont, es bleibe nun die Chance, QM im Krankenhaus mehr mitzugestalten.

Schlussendlich gab Frau Stapenhorst, Christophorus-Kliniken Coesfeld, einen Überblick über die Neuerungen des Strukturierten Qualitätsberichts der Krankenhäuser für das Berichtsjahr 2017. Herr Färber, Referent der KGNW, informierte über das neue Konzept für eine produktneutrale Unterstützung bei der Erstellung der Qualitätsberichte durch die KGNW-Geschäftsstelle.

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v.l.n.r.: Katrin Stapenhorst, Helena Weiß, Ralf Plomann, Dr. Ruth Hecker, Monika Rimbach-Schurig, Philipp Potratz, Robert Färber, Burkhard Fischer, Dr. Doris Voit

Die Vorträge der Veranstaltungen finden Sie hier.