Elektronische Patientenakte (ePA) für alle

26. August 2025

Infos für alle Beschäftigten im Krankenhaus

Zeitplan
Fragen und Antworten rund um die ePA für alle
Glossar
Weiterführende Links und Downloads

Zeitplan

  • 15.01. bis 15.07.2025: Pilotphase in den Modellregionen Hamburg, Franken und NRW

  • 29.04.2025: Start des bundesweiten Rollouts der ePA für alle (freiwillige Teilnahme)

  • 01.10.2025: verpflichtende Nutzung für alle Leistungserbringer

© KGNW

(Stand: 20.08.2025)



Fragen und Antworten rund um die ePA für alle

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat einen umfassenden ePA-Fragenkatalog erarbeitet, der sich vor allem an Ärztinnen und Ärzten sowie das Pflege- und Verwaltungspersonal im Krankenhaus im Zusammenhang mit den rechtlichen Vorgaben richtet.

Die wesentlichen Inhalte des Fragekataloges sowie dessen grundsätzliche Ausrichtung sind mit
den anderen Leistungserbringerorganisationen der Bundesärztekammer (BÄK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) abgestimmt worden.

Auch hier gilt: Grundsätzlich sollten alle Mitarbeitenden im Krankenhaus, von Geschäftsführung über Prozessmanagement, IT, Ärzteschaft und Psychotherapie, Pflegefachpersonen bis hin zu Mitarbeitenden in der Patientenaufnahme im Krankenhaus, die Basisinformationen rund um die ePA kennen. Es gibt jedoch auch Informationen, die in der Praxis besonders eine Beschäftigten-Zielgruppe betreffen.

Der DKG-Fragenkatalog umfasst folgende Themengruppen:

  1. Vorhandensein einer ePA / Empfehlung, eine ePA zu nutzen
  2. Allgemeines zur Nutzung der ePA (Hinweis-, Dokumentationspflichten, Delegation)
  3. Befüllung der ePA
  4. Aktualisierung der ePA
  5. Löschung von Inhalten der ePA
  6. Einsichtnahme in die ePA durch Krankenhäuser
  7. Fragen zu Videosprechstunden
  8. Sonstige Fragen zur ePA

Der komplette Fragenkatalog lässt sich auf der Webseite der DKG downloaden oder nachfolgend einsehen (bitte per Pfeil ganz rechts aufklappen).

Glossar

Benutzeroberfläche eines Endgeräts

Der Teil etwa eines Smartphones, PCs, Laptops, über den die Patientin oder der Patient die ePA nutzt. Sie beinhaltet Menüs, Schaltflächen und Eingabefelder. Dadurch lassen sich Informationen eingeben, Daten abrufen und Funktionen der Patientenakte nutzen.

Daten aus der konkreten aktuellen Behandlung/dem aktuellen Behandlungskontext

Gemäß ePA-Befüllungsverpflichtungen darf ein Krankenhaus im Regelfall nur Daten im Rahmen der „konkreten aktuellen Behandlung“ erheben und verarbeiten (§ 348 Abs. 2 SGB V). Gemeint ist hiermit die Behandlung im Rahmen des jeweils stattfindenden stationären Aufenthalts. Eine Behandlung gilt auch nach ePA-Einführung als abgeschlossen mit dem Datum der Entlassung. Auch für chronische Erkrankungen, in deren Rahmen häufiger Behandlungen im Krankenhaus stattfinden, gelten keine Besonderheiten. Insbesondere Parallelen zum vertragsärztlichen Bereich, etwa eine Anknüpfung an das Kalendervierteljahr, können nicht gezogen werden. Sie fußen auf anderen Gegebenheiten.

Dispensierinformationen

Werden von der abgebenden Leistungserbringerinstitution für die oder den Versicherten über den E-Rezept-Fachdienst bereitgestellt. Sie enthalten Informationen über die Abgabe von Arzneimitteln. Möglicherweise unterscheiden sie sich von den Informationen im Verordnungsdatensatz.

Einwilligung

Die Erklärung von Widersprüchen durch die Etablierung der Opt-Out-Möglichkeiten gewinnt an Bedeutung. Dennoch lässt es sich oft nicht vermeiden, „ausdrücklich“ Einwilligungen einzuholen. Zulässig sind danach ausdrückliche mündliche und elektronisch fixierte Einwilligungen und eindeutig bestätigende Handlungen, zum Beispiel Kopfnicken (Art. 9 Abs. 2a DS-GVO2 / § 13 Abs. 2 Ziff. 1 DSGEKD3 / § 11 Abs. 2a KDG4).

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Digitaler Ausweis für gesetzlich Versicherte in Deutschland. Sie enthält persönliche Daten des Versicherten (Name, Geburtsdatum, Versichertennummer, Informationen zur Krankenversicherung). Zusätzlich ermöglicht die eGK den sicheren Zugriff auf Anwendungen wie das e-Rezept oder die ePA. Außerdem lassen sich Notfalldaten und der Medikationsplan darauf speichern.

Elektronische Patientenakte (ePA)

Versichertengeführte elektronische Akte, die den Patientinnen oder Patienten von den Krankenkassen gemäß § 342 SGB V zur Verfügung gestellt wird. Mit ihr können diesen Informationen, insbesondere zu Befunden, Diagnosen, durchgeführten und geplanten Therapiemaßnahmen sowie zu Behandlungsberichten, barrierefrei elektronisch bereitgestellt werden. Jeder/m gesetzlich Versicherten wird eine ePA angeboten. Ihre Nutzung erfolgt freiwillig. Die ePA kann abgelehnt oder jederzeit gelöscht werden. Als rein versichertengeführte, freiwillige Akte, deren Nutzung und Befüllung einzig der Patientin oder dem Patienten überlassen ist, ersetzt die ePA nicht die primäre, „normale“ Behandlungsdokumentation im Krankenhaus. Diese besteht unabhängig von der Nutzung einer ePA weiter.

Elektronische Patientenkurzakte

Enthält Informationen, die eine Übersicht über die wichtigen Gesundheitsdaten des Versicherten ermöglichen und geeignet sind, die grenzüberschreitende medizinische Versorgung in einem anderen EU-Mitgliedstaat zu unterstützen (§ 341 Abs. 2 Nr. 1 c SGB V, § 358 Abs. 1a SGB V). Die Patientenkurzakte soll nach dem Rollout der ePA für alle als Informationsobjekt gemäß § 342 Abs. 2a SGB V in semantisch und syntaktisch interoperabler Form, die mit den internationalen Standards für eine Patientenkurzakte interoperabel ist, in der ePA nach § 341 Abs. 2 Nr. 1 c SGB V gespeichert werden. Sie soll es den Versicherten etwa ermöglichen, die bisher auf der eGK gespeicherten Notfalldaten in die ePA zu überführen.

Informationsobjekte („MIOs“)

Standardisierte Datensätze, die spezifische medizinische Informationen strukturiert und einheitlich abbilden. Sie sollen im Rahmen der ePA verwendet werden, um eine einheitliche und interoperable Speicherung und den Austausch von Gesundheitsdaten zu gewährleisten. Dies können z.B. der Medikationsplan, der Impfpass, die Patientenkurzakte oder der Krankenhaus-Entlassbrief sein. Die MIOs werden spezifiziert von einem Unternehmen in KBV-Trägerschaft.

In semantisch und syntaktisch interoperabler Form

In semantisch und syntaktisch interoperabler Form Daten sind so strukturiert und kodiert, dass sie sich sowohl inhaltlich (semantisch) als auch in ihrer Darstellung und Struktur (syntaktisch) von verschiedenen Systemen verstehen und verarbeiten lassen. Semantische Interoperabilität gewährleistet, dass die Bedeutung der Daten einheitlich interpretiert wird, während syntaktische Interoperabilität die technische Kompatibilität der Datenformate und Kommunikationsprotokolle sicherstellt. So können beispielsweise MIOs, die auf Basis von Standards wie HL7 FHIR und Kodiersystemen wie SNOMED CT oder LOINC spezifiziert werden, als syntaktisch und semantisch interoperabel angesehen werden.

In strukturierter oder unstrukturierter Form

Strukturierte Daten sind Daten, die in einem klar definierten Format organisiert und sich leicht durch Algorithmen verarbeiten und durchsuchen lassen. Beispiel: die MIOs. Unstrukturierte Daten sind Daten, die keinem festen Format folgen und daher schwieriger maschinell auszuwerten sind. Beispiele: PDF oder einfache Bilddokumente.

Notfalldaten (§ 334 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 SGB V)

Werden zunächst auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert. Dies soll erst geändert werden, sofern technische Lösungen der gematik vorliegen, die die Verfügbarkeit der Notfalldaten in mobilen Einsatzszenarien sowie in Umgebungen ohne Netzverfügbarkeit sicherstellen.

Opt-Out

Entscheidung einer Patientin oder eines Patienten gegen das Angebot einer ePA

Protokollierung von Einwilligungen und Widersprüchen

Teilweise fordert der Gesetzgeber eine Protokollierung von Widersprüchen und von Einwilligungen. Diese Protokollierung muss in der primären Behandlungsdokumentation des Krankenhauses erfolgen. Hier genügt jedoch ein einfacher Vermerk in der Behandlungsdokumentation.


Weiterführende Links und Downloads

(Hinweis für alle ePA-Seiten: Diese Informationen stellen lediglich eine grobe Übersicht des Systems dar. Für Problemstellungen im Einzellfall kann die KGNW keine Gewähr übernehmen.)