19. Februar 2026
Erfolgreiches Ärzte-Symposium „Spot On – Lungenkrebsscreening“ in der DGD Lungenklinik Hemer
© DGD Lungenklinik Hemer
Hemer. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten Anfang Februar der Einladung zum Symposium „Spot On – Lungenkrebsscreening“ in die DGD Lungenklinik Hemer. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen und bot ein hochkarätiges Programm mit führenden nationalen Expertinnen und Experten, darunter auch Chefärzte der renommierten Hemeraner Lungenfachklinik.
„Mit dem bundesweiten Start des Lungenkrebsscreenings im April 2026 beginnt eine neue Ära der Früherkennung – wir hoffen, die Mortalität dieser Erkrankung signifikant zu senken“, erklärt Prof. Dr. Kaid Darwiche, Chefarzt Pneumologie an der Lungenklinik.
Highlights der Vorträge und Ausblick
Der Chefarzt der Radiologie Dr. Peter Bach stellte die Rolle der Bildgebung im Lungenkrebsscreening vor und betonte die wachsende Bedeutung digitaler Unterstützungssysteme: „Künstliche Intelligenz (KI) wird in den kommenden Jahren unverzichtbar, um das Arbeitsaufkommen zu bewältigen – als Assistenzsystem, nicht aber als Ersatz für den Arzt. Die Tumorabklärung an sich erfordert keine KI, wohl aber Präzision und Erfahrung der Radiologen.“
Privatdozent Dr. Michael Westhoff, Ärztlicher Direktor der Lungenklinik, gab wertvolle Einblicke in den Umgang mit interstitiellen Lungenabnormalitäten (ILA). „Die Aufgabe beim Lungenkrebsscreening ist größer als beim bereits etablierten Screening des Mammakarzinoms, da wir eine Vielzahl weiterer Veränderungen in der Lunge entdecken und differenzierte Entscheidungen treffen müssen“, so Dr. Westhoff.
Weitere Beiträge der Referentinnen und Referenten widmeten sich unter anderem den Scores zur Klärung von Lungenbefunden, der modernen Endoskopieverfahren zur Abklärung, den minimalinvasiven Operationsverfahren, dem Zufallsbefund der erweiterten oder geschädigten Atemwege der Lunge, COPD/ Emphysem im Screening sowie aktuellen Strategien der Raucherentwöhnung.
Ablauf des Lungenkrebsscreenings
Wie nun das Lungenkrebsscreening ab April für Patientinnen und Patienten praktisch ablaufen wird, erläutert Prof. Dr. Kaid Darwiche in Stichpunkten:
- Screening mittels Niedrigdosis-Computertomographie des Brustkorbs (Thorax)
- Berechtigt sind Raucherinnen und Raucher bzw. Ex-Rauchende im Alter von 50-75 Jahren
- Einschluss durch qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Arbeitsmedizin
- Bei verdächtigen Befunden: Zweitbefundung durch erfahrene Radiologen eines Lungenkrebszentrums, ggf. weitere Abklärung
- Bei unauffälligen Befunden: Kontrolle nach einem Jahr
Der erfahrene Mediziner hebt dabei auch die Herausforderungen hervor: „Wichtig ist ein funktionierendes Netzwerk zwischen Hausärzten, Radiologien und Lungenzentren. Die Vergütung und der Umgang mit weiteren Zufallsbefunden müssen noch geklärt werden.“
Austausch und Netzwerkbildung
Das Symposium bot den Teilnehmenden und Referenten eine bestmögliche Gelegenheit für einen intensiven fachlichen Austausch. „Das große Interesse hat gezeigt, dass wir die Lungenklinik Hemer als führendes Zentrum für Lungenkrebsscreening und zur minimalinvasiven Abklärung unklarer Lungenbefunde positionieren konnten“, freut sich Prof. Dr. Darwiche über die gelungene Veranstaltung.
Zum Foto: Zum „Symposium Lungenkrebsscreening“ begrüßte Prof. Dr. Darwiche neben den klinikinternen Fachexperten auch hochkaratige externe Referenten; v.l. PD Dr. med. Marcel Opitz (Bereichsoberarzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie Essen), Prof. Dr. med. Kaid Darwiche (Chefarzt der Pneumologie, DGD Lungenklinik Hemer), PD Dr. med. Michael Westhoff (Ärztlicher Direktor, DGD Lungenklinik Hemer), Dr. med. Peter Bach (Chefarzt der Radiologie, DGD Lungenklinik Hemer), PD Dr. med. Sivagurunathan Sutharsan (Oberarzt der Pneumologie, Ruhrlandklinik Essen) (Foto: DGD Lungenklinik Hemer)