25. August 2026

Innovationsprojekt eliPfad zieht nach vier Jahren positives Fazit

Nach Krankenhausentlassung: bessere Alltagskompetenz, weniger Wiedereinweisungen

© eliPfad Eine engmaschige, sektorenübergreifende Begleitung unterstützt Patientinnen und Patienten, die aus dem Krankenhaus kommen, dabei, sich wieder im Alltag zurechtzufinden und seltener wieder eingewiesen zu werden. Das ist die wichtigste Erkenntnis des zunächst vierjährigen Förderprojekts eliPfad. Nach Ablauf der mit Mitteln des Innovationsfonds finanzierten Studie zeigte sich, „dass eine engmaschige, sektorenübergreifende Begleitung bei den Patientinnen und Patienten ankommt und auf hohe Akzeptanz stößt“, sagt Prof. Dr. Volker Burst, Projektleiter neben Prof. Dr. Paul Brinkkötter. An sechs eliPfad-Zentren in Nordrhein-Westfalen, begleitet von zahlreichen Konsortial- und Kooperationspartnern wie der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), nahmen fast 1.000 Patientinnen und Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen teil. Die detaillierte Auswertung läuft noch. Doch die ersten Erkenntnisse erweisen sich als sehr hilfreich für die flächendeckende Umsetzung in der Versorgung.

Um ungeplante Wiedereinweisungen zu vermeiden, begleiteten speziell geschulte Pflegefachpersonen als Fallmanagerin oder -manager die Patientinnen und Patienten eng nach deren Entlassung aus der Klinik. Sie fungierten als kommunikatives Bindeglied zwischen Krankenhaus und dem niedergelassenen Bereich. Digitale Hilfsmittel unterstützen sie, um regelmäßig die Vitalwerte zu messen und an eine Fallakte zu übertragen. Diese Werte wurden regelmäßig geprüft, bei Auffälligkeiten die behandelnden Haus- oder Fachärztinnen und -ärzte informiert. Sie bekamen regelmäßige Reports über den Gesundheitszustand ihrer Patientinnen und Patienten. Die digitalen Komponenten des Projekts – allen voran die einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte (e-ePA) und der „Smarte Assistent“ für zu Hause – funktionierten im Alltag zuverlässig. Die Mehrheit der älteren Teilnehmenden kam mit der Technik gut zurecht und übertrug die persönlichen Werte wie Blutdruck regelmäßig. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich zum Studienabschluss motiviert, ihre Gesundheit künftig selbstwirksam in die Hand zu nehmen.

„Voraussetzungen für nachhaltige Finanzierung schaffen“

„Eine fachliche Begleitung von Patientinnen und Patienten nach ihrer Entlassung durch ein Projekt wie eliPfad ist aus Sicht der Krankenhäuser enorm wertvoll“, sagt Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). „Wichtig ist jedoch auch, dass diese für die Kliniken nicht mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand verbunden ist und dass zügig die Voraussetzungen für die nachhaltige Finanzierung entsprechender Maßnahmen geschaffen werden.“

Wichtiges Learning: Alle Beteiligten frühzeitig einbinden

Als besondere Herausforderung erwies sich bei eliPfad die Vernetzung über die Sektorengrenzen hinweg, beispielsweise durch die Unterschiede in genutzter Software und den praktischen Abläufen zwischen Klinik und niedergelassenem Bereich. Hoffnung verspricht hier der elektronische Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte (ePA).

Klar ist: Um erfolgreich zu sein, müssen für ein projekttragendes Team niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, medizinische Fachangestellte und Apotheken frühzeitig, bereits während der Planungsphase, gezielt angesprochen und eingebunden werden. Das fördert Akzeptanz und Nachhaltigkeit. Schlankere Vertragsstrukturen, gemeinsame technische Prozesse und integrierte Lösungen der Telematikinfrastruktur – wie die ePA – können die Umsetzung erleichtern. Interventionen sollten flexibel und auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sein. Digitale Lösungen werden auch von vulnerablen Gruppen akzeptiert – besonders, wenn ihre Nutzung persönlich begleitet und geschult wird.

eliPfad wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Teilnehmende wurden an sechs eliPfad-Zentren in Nordrhein-Westfalen in die Studie aufgenommen: Uniklinik Köln, Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup, Klinikum Dortmund gGmbH, Marien Hospital Herne (RUB), St. Franziskus-Hospital Münster und der Uniklinik RWTH Aachen. Weitere Konsortialpartner sind die BARMER Krankenkasse, Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management e. V. (DGCC), figus GmbH, Gesundheitsnetz Köln-Süd (GKS) e. V., ilvi GmbH, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO), Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippen (KVWL), RZV GmbH, Techniker Krankenkasse (TK), TAKEPART Media + Science GmbH und die Universität Witten/Herdecke. Kooperationspartner sind die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (KGNW), Medis Münster GbR, BIG direkt gesund Krankenkasse und GWQ ServicePlus AG. Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf www.elipfad.de und in der Projektdatenbank des Innovationsfonds.

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