10. March 2005

NRW-Ergebnisse der Umfrage 2004 des Krankenhaus-Barometers

Nach den Ergebnissen der Jahresumfrage 2004 des Deutschen Krankenhaus Instituts e.V. erwarten 44 Prozent (bundesweit 52,3 Prozent) der Krankenhäuser eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Das Deutsche Krankenhaus Institut e. V. (DKI) hat die Ergebnisse der Jahresumfrage 2004 des Krankenhaus-Barometers vorgelegt. Die Ergebnisse beruhen auf der Befragung einer repräsentativen Stichprobe von Allgemeinen Krankenhäusern, die in der Zeit von Mai bis Juli 2004 durchgeführt wurde. Daran teilgenommen haben insgesamt 391 Krankenhäuser, davon 75 aus Nordrhein-Westfalen. Dadurch war es möglich, für Nordrhein-Westfalen eine gesonderte Auswertung durchzuführen. Im Nachfolgenden werden zunächst die Angaben für Nordrhein-Westfalen, das Bundesergebnis wird in Klammern genannt.

Einschätzung des DRG-Systems

Vor Beginn der Konvergenzphase zeigt sich eine weitgehende Unzufriedenheit mit der finanziellen Basis der stationären Versorgung. So halten lediglich 31 Prozent (36 Prozent) der Krankenhäuser ihren krankenhausindividuellen Basisfallwert für angemessen. 64 Prozent (57,4 Prozent) schätzen dagegen ihren Basisfallwert als unangemessen ein. Die restlichen fünf Prozent (6,6 Prozent) machten hierzu keine Angaben.

Hauptgrund dafür, dass der Basisfallwert als unangemessen eingeschätzt wurde, war sowohl bei den NRW Häusern als auch im gesamten Bundesgebiet das zu niedrige Ausgangsbudget (78 Prozent). 40 Prozent der befragten Häuser in NRW und 34,2 Prozent im Bundesdurchschnitt sahen die Leistungsstruktur durch die Höhe des Casemix nicht korrekt abgebildet.

Die Krankenhäuser wurden weiter befragt, inwieweit sie Probleme bei den neuen bzw. geänderten Abrechnungsregeln der Fallpauschalenverordnung 2004 sehen. Keine Probleme sehen lediglich rund 6,7 Prozent (7,8 Prozent) der Häuser. Die Regeln zu folgenden Abrechnungsfällen werden besonders häufig als problematisch gesehen:

  • Regelung zur Wiederaufnahme in dasselbe Krankenhaus 60 Prozent (54,5 Prozent)
  • Zusammenführung von Krankenhausaufenthalten generell 57,3 Prozent (62,8 Prozent)
  • Abschläge bei der Verlegung des Patienten als aufnehmendes Krankenhaus 44 Prozent (36,6 Prozent)
  • Abschläge bei der Rückverlegung von Patienten 41,3 Prozent (40 Prozent)

Wirtschaftliche Situation

Die Erwartung der Krankenhäuser für das laufende Jahr hat sich im Vergleich zu den Vorjahren weiter verschlechtert. So rechnen nur noch 14,7 Prozent (15,2 Prozent) der Krankenhäuser mit einem Jahresüberschuss bzw. 34,7 Prozent (25,1 Prozent) mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Dagegen prognostizieren 44 Prozent (53,6 Prozent) der Krankenhäuser für das Jahr 2004 einen Fehlbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Auch die Erwartungen für das Jahr 2005 fallen überwiegend negativ aus. So erwarten 44 Prozent (52,3 Prozent) der Krankenhäuser eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Besonders skeptisch sind hierbei die großen Einrichtungen mit mehr als 600 Betten. Die Erwartungen für 2005 dürften allerdings maßgeblich durch die erwarteten Auswirkungen der DRG-Systems beeinflusst sein. Da zum Erhebungszeitpunkt die entgültige Fassung des 2. Fallpauschalenänderungsgesetzes noch nicht abzusehen war, sind diese Einschätzungen unter dem Vorbehalt der zwischenzeitlichen Veränderungen zu sehen.

Personalbereich

Bei einer Vielzahl von Krankenhäusern waren Maßnahmen im Personalbereich erforderlich, um eine Budgetunterdeckung zu vermeiden bzw. zu reduzieren. In 53,3 Prozent (52,2 Prozent) der Krankenhäuser hat sich durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. Personalabbau, eine zeitweise Nichtbesetzung offener Stellen, der Personalbestand seit Anfang 2004 reduziert. Hochgerechnet auf die zugelassenen Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland wurden in den Häusern mit verringertem Personalbestand im ersten Halbjahr 2004 etwa 8 100 Vollkraftstellen abgebaut. Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter dürfte sogar höher liegen, da die Vollkräftezahl niedriger ist als die Kopfzahl der Mitarbeiter.

Die Jahresumfrage 2004 des Krankenhaus-Barometers sowie die Sonderauswertung für Nordrhein-Westfalen kann auf der Homepage der KGNW (www.kgnw.de) im Bereich Download unter der Rubrik Verschiedenes abgerufen werden.