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10.11.2017, Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin:
Empathische -Interkulturelle-Arzt-Patienten-Kommunikation - Veranstaltung in Essen am 27.01.2017mehr

05.12.2017, Düsseldorf:
4.DKI-Praxis-Konferenz: "Qualität im Krankenhaus ist Chefsache!" am 14.09.2017 in Düsseldorfmehr

05.12.2017, swissôtel Düsseldorf/Neuss, Rheinallee 1, 41460 Neuss:
KGNW-Forum 2017mehr

4.2 QS-Verfahren QS WI

Qesü-Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“
Am 01.01.2017 wurde das zweite Qualitätssicherungsverfahren im Rahmen der einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung gemäß Qesü-RL gestartet. Das neue Verfahren hat die Vermeidung postoperativer Wundinfektionen zum Ziel. Seit dem 01.01.2017 sind Krankenhäuser und Arztpraxen nun verpflichtet, systematisch Daten zum Auftreten von postoperativen Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen zu erheben. Auch für dieses Qesü-Verfahren (QS WI) ist die KGNW als Datenannahmestelle Krankenhaus (DAS-KH) für die Datenentgegennahme der Daten der Krankenhäuser (stationäre Fälle) verantwortlich.

Die Datenannahmestelle Krankenhaus nimmt ab dem 09.01.2017 Datensätze des Qesü-Verfahrens „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“ an. Dokumentationspflichte Datensätze senden Sie an
.

Zusätzliche Informationen
Das Qualitätssicherungsverfahren QS WI besteht aus zwei Teilen. Zum einen einer Datenerhebung zur Bestimmung der Raten an postoperativen Wundinfektionen und zum anderen einer Einrichtungsbefragung zur Compliance von Hygieneanforderungen. Die Wundinfektionsraten werden nur für Operationen der Fachgebiete Chirurgie/Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Urologie und Herzchirurgie ausgewertet. Das QS-Verfahren QS WI setzt sich aus folgenden Erhebungen zusammen:

1. Datenerhebung zur Bestimmung der Raten an postoperativen Wundinfektionen
a. Die Sozialdaten bei den Krankenkassen (Operationen in Praxen und Krankenhäusern)
b. die fallbezogene QS-Dokumentation bei den stationären Leistungserbringern
2. Einrichtungsbefragung (Praxen und Krankenhäuser)

Der Großteil der Datenerfassung geschieht ohne händische Datenerfassung. Die Operationen, denen eventuell auftretende Wundinfektionen zugeordnet werden (sogenannte „Tracer-OPs“), werden aus Abrechnungsdaten der Krankenhäuser (§ 301-Daten), Vertragsärzte (§ 295-Daten) und der Krankenkassen (§ 299-Daten) erhoben. Im Krankenhaus muss lediglich die fallbezogene QS-Dokumentation ausgefüllt werden, die dann ausgelöst wird, wenn eine „potentielle Wundinfektion“ (gemäß der Spezifikation) vorliegt. Die fallbezogene QS-Dokumentation im Verfahren QS WI umfasst eine schlanke Dokumentation von maximal 4 Fragen.

Für welche Patienten dokumentationspflichtige Datensätze zu übermitteln sind, kann den Anwenderinformationen entnommen werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese Bögen für die Daten der Diagnose zu den Wundinfektionen, wegen der Latenzzeit zwischen Operation und Auftreten der Wundinfektion, auch in einem Krankenhaus ausgelöst werden können, welches die Operation nicht selbst durchgeführt hat. Nachbeobachtungszeiten sind 30 Tage bei Eingriffen ohne Implantat und 365 Tage bei Eingriffen mit Implantat.

Über eine Verknüpfung der pseudonymisierten Patientenidentifizierenden Daten (PID) können die QS-Daten (Sozialdaten der Krankenkassen und fallbezogen QS-Dokumentation) sektorenübergreifend betrachtet und analysiert werden. Im QS-Verfahren sind lediglich jene postoperativen Wundinfektionen relevant, die auch einem Tracer-Eingriff zugeordnet werden können. Dieser Schritt erfolgt durch das IQTIG unter Verwendung der Sozialdaten. Die Aufgabe des Leistungserbringers besteht lediglich darin, nach Auslösung die verpflichtende QS-Dokumentation auszufüllen und die Daten fristgerecht zu übermitteln.

Beachte:
Die Auslösung der fallbezogenen QS-Dokumentation in QS WI hat zum Ziel Wundinfektionen zu identifizieren, die sich im Anschluss an Tracer-Eingriffe entwickelt haben. Hierzu dokumentieren Leistungserbringer die fallbezogene QS-Dokumentation. Die Zusammenführung der Daten erfolgt durch das IQTIG auf der Basis der Patientenpseudonyme. Erst hier kann eine Aussage darüber getroffen werden, ob es sich bei der behandelten Infektion um eine nosokomiale postoperative Wundinfektion handelt.


Zu beachten ist, dass nur Patienten über 18 Jahren mit gesetzlicher Krankenversicherung im Verfahren eingeschlossen sind und auch lediglich die Leistungen dokumentationspflichtig sind, die stationär erbracht wurden.
Das QS-Verfahren QS WI versteht sich in den ersten fünf Jahren als Lernverfahren. Auf Basis der Auswertungen werden grundsätzlich keine qualitätssichernden Maßnahmen ergriffen. In Ausnahmefällen, wenn Auffälligkeiten erkannt werden, können allerdings Maßnahmen abgeleitet werden.

Einrichtungsbefragung QS-Verfahren Vermeidung nosokomialer Wundinfektionen
Mit der Einrichtungsbefragung werden nach jedem Erfassungsjahr u. a. Daten zur Compliance von Hygienemaßnahmen, die auf die Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen zielen, erhoben. Diese umfassen Leitlinien/Arbeitsanweisungen/Standards zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe, zur Antibiotika-Initialtherapie, zur Vorbereitung des OP-Gebiets, zum Verbandwechsel und zur Wundversorgung, zur Sterilgutaufarbeitung sowie zum Entlass- und Überleitungsmanagement. Auch werden Hygieneschulungen sowie der Händedesinfektionsmittelverbrauch auf Intensiv- und Allgemeinstationen und in Praxen/MVZ erfasst. Diese Daten werden in Form einer Einrichtungsbefragung erhoben und für das erste Erfassungsjahr spätestens bis zum 30.04.2018 an die Datenannahmestellen übermittelt.

Die neuen Module Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen (einrichtungsbezogen stationär) (NWIES) und Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen (einrichtungsbezogen ambulant) (NWIEA) stellen die Ergänzung der bereits vorhandenen fallbezogenen QS-Dokumentation im Verfahren QS WI dar und wurden vom IQTIG veröffentlicht.

Stationäre Leistungserbringer dokumentieren diese Fragen in der QS-Dokumentationssoftware. Für die Indikatoren zum Hygiene- und Infektionsmanagement wird bei allen Leistungserbringern, die mindestens einen Fall (Tracer-Operation) aus den definierten Auslösekriterien erbracht haben, die einrichtungsbezogene QS-Dokumentation ausgelöst. Die Auslösung der einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation erfolgt auf der Basis der medizinischen Routinedokumentationen bzw. Abrechnungs-daten.
Bei Krankenhäusern, die ambulante und stationäre operative Leistungen erbringen, erfolgt die Übermittelung der ausgelösten einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation an die Datenannahmestelle Krankenhaus bei der KGNW.

Weitere Informationen zum QS-Verfahren QS WI finden sich auf der Website vom IQTIG.