31. January 2012

Zertifikat für familienbewusste Personalpolitik

Attraktiver Arbeitgeber mit flexiblen Arbeitsplatzmodellen

Angesichts der demografischen Entwicklung mit immer älter werdenden Menschen und abnehmendem Nachwuchs, müssen sich Unternehmen zunehmend mit der Tatsache auseinandersetzen, dass es zukünftig immer schwieriger werden wird, qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gewinnen bzw. zu halten. Der Anspruch, sie an sich zu binden, verlangt neue Konzepte in der Personalpolitik, zumal die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Frauen und Männer immer wichtiger wird bei der Planung der beruflichen Entwicklung – hinsichtlich der eigenen Familienplanung, aber auch der möglichen Pflege der Eltern oder des Lebenspartners.
So wünschen sich Frauen Nachwuchs, sie wollen aber auch arbeiten und Väter genauso an der Erziehung der Kinder teilhaben wie die Mütter. Die Pflege von älteren Familienmitgliedern wird vielfach im Kreis der Familie geregelt. Flexible Arbeitsplatzmodelle sind gefordert: Für die Arbeitgeber wird die Schaffung von organisatorischen Abläufen, mit denen sich berufliche und familiäre Anforderungen ihrer Mitarbeitenden verbinden lassen, eine ökonomische und gesellschaftliche Notwendigkeit.
Das LWL-Universitätsklinikum Bochum im LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen macht sich schon seit einiger Zeit Gedanken um die Bedeutung von familienbewusster Personalpolitik. „Wir wollen auch in Zukunft auf unsere Mitarbeiter zählen können“, wünscht Heinz Augustin, Kaufmännischer Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum. „Daher müssen wir uns als Arbeitgeber attraktiver aufstellen und Menschen die Freiräume geben, Beruf und Familie zu vereinbaren.“ Denn wenn der Arbeitgeber flexible Arbeitsplatzmodelle einsetzt, so kann er mit motivierten und loyalen Mitarbeitern rechnen.
In Zusammenarbeit mit „berufundfamilie“, einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, beteiligte sich das LWL-Universitätsklinikum Bochum gemeinsam mit der LWL-Klinik Herten und der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne am Audit Beruf und Familie, um als zertifizierter Arbeitgeber Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt zu haben – das Zertifikat als Qualitätssiegel für familienbewusste Personalpolitik.
In einem Strategieworkshop und einem Auditierungsworkshop wurden in den vergangenen Monaten Ziele und Schwerpunkte formuliert, die gegenwärtigen betrieblichen Rahmenbedingungen sowie die vorhandenen Angebote hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie überprüft. Die Ermittlung der Ergebnisse und die Umsetzung von konkreten Maßnahmen mündeten schließlich in die Zertifizierung im Dezember. Alle drei Jahre erfolgt nun eine Re-Auditierung, in der die Umsetzung der vereinbarten Ziele überprüft wird und Maßnahmen für die nächsten drei Jahre formuliert werden.
Ein bereits seit vielen Jahren bestehendes familienfreundliches Instrument ist im Übrigen das sogenannte Teilzeitmodell. Allerdings wurden im Rahmen der Workshops noch viele andere Maßnahmen als Handlungsfelder zusammengetragen – unter anderem zu Arbeitszeiten, Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Personalentwicklung und Service für Familien. Heinz Augustin ist überzeugt: „Mit dem Qualitätssiegel werden wir in der Öffentlichkeit künftig viel bewusster wahrgenommen und Fachkräfte überzeugen können, bei uns anzufangen und auch zu bleiben.“
Das LWL-Universitätsklinikum Bochum erhält das Zertifikat als familienfreundliches Unternehmen offiziell am 11. Juni 2012 von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.