08. March 2011

16.3. Vortrag im Zentrum für Palliativmedizin

SAPV: Palliativversorgung - eine Aufgabe nur für Spezialisten?

Gesetzlich Versicherte haben einen im Sozialgesetzbuch festgeschriebenen Anspruch auf die sog. "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)". Voraussetzung ist, dass sie unter einer unheilbaren, fortgeschrittenen und fortschreitenden Erkrankung leiden, die ihre Lebenszeit begrenzt. Auch muss der Versorgungsaufwand für die Patienten hoch sein. Diesen Palliativpatienten soll es durch die SAPV ermöglicht werden, möglichst lange zu Hause bleiben zu können und nicht unnötig ins Krankenhaus eingewiesen zu werden.
Dabei stellt die SAPV keine Konkurrenz, sondern eine zusätzliche Leistung dar zu den bereits in der Versorgung des Patienten tätigen Hausärzten, Fachärzten, Pflegediensten, Hospizdiensten oder anderen. Durch die neuen gesetzlichen Regelungen wurde erstmals die Hospizidee im Gesundheitssystem und in der "Regelversorgung" verankert.

In seinem Vortrag am 16. März 2011 stellt Thomas Montag, Teamleiter Pflege des Zentrums für Palliativmedizin Köln, nicht nur die Grundlagen der SAPV dar und zeigt die neu entstandenen Chancen auf, sondern thematisiert auch kritische Fragestellungen: Setzt sich der im Gesundheitssystem zu beobachtende Trend zur Spezialisierung auch in der Palliativversorgung durch und was bedeutet Spezialisierung in der Palliativmedizin? Geht dabei der multiprofessionelle und ganzheitliche Ansatz der Hospizidee und Palliativversorgung verloren? SAPV ist strukturell ein Motor für die Netzwerkbildung, aber kommt es dann nicht zu einer Schwerpunktverschiebung hin zu rein medizinischer Versorgung? Wie sieht es bei der SAPV aus mit dem Spannungsfeld zwischen "Caring" und hochspezialisierter Medizin?

Die Veranstaltung im Rahmen des "Forum Palliativmedizin" findet am Mittwoch, dem 16.03.2011 von 19.00 bis 21.00 Uhr im Dr. Mildred Scheel Haus auf dem Gelände der Uniklinik Köln statt (Hörsaal der Dr. Mildred Scheel Akademie im ersten OG). Der Eintritt ist frei. Die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt, daher ist eine vorherige Anmeldung bei der Akademie der Deutschen Krebshilfe (msa@krebshilfe.de) nötig.