20. Oktober 2016

Das Land NRW fördert Projekt "Demenzsensible Versorgungskonzepte in den Krankenhäusern"

Im Versorgungsalltag von Krankenhäusern ist für Menschen mit Demenz eine besondere Aufmerksamkeit und Form der Zuwendung erforderlich. „Wir wollen, dass Menschen mit Demenz in allen Krankenhäusern bedarfsgerecht behandelt werden können. Deshalb unterstützen wir die Krankenhäuser dabei, sich auf diese steigende Zahl von Patientinnen und Patienten einzustellen“, erklärte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens in einer Pressemitteilung.

Das Land NRW fördert das Projekt „Verbesserung der Versorgung demenzkranker älterer Menschen durch die Förderung der Umsetzung von demenzsensiblen Versorgungskonzepten in den Krankenhäusern in NRW (Blickwechsel Demenz IV)“ mit insgesamt 270.000 Euro für drei Jahre. Projektträger ist „Der Paritätische NRW“, der das Projekt in enger Kooperation mit der Krankenhausgesellschaft NRW und den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe durchführt.

Ziele der Projektförderung:
•Gewinnung bislang noch nicht erreichter Krankenhäuser für die Umsetzung demenzsensibler Maßnahmen;
•fachliche Unterstützung der in den Krankenhäusern aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, z.B. im Hinblick auf die Konzeption von Maßnahmen;
•strategische Unterstützung der in den Krankenhäusern bereits aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick, z. B. auf die Gestaltung von Implementationsprozessen;
•persönliche Unterstützung der in den Krankenhäusern aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, z.B. im Hinblick auf den Umgang mit Widerständen, Rückschlägen und Verzögerungen;
•stärkere verbindliche Einbindung der Krankenhausleitungen zur Sicherung des Vorhabens und
•die gezielte Einbindung von Ärztinnen und Ärzten in diesen Prozess.

Darüber hinaus fördert das Land jedes Jahr das Fortbildungsprogramm „Der alte Mensch im OP. Praktische Anregungen zur besseren Versorgung und Verhinderung eines perioperativen Altersdelirs“ für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Praktikerinnen und Praktiker aus den Krankenhäusern geben Anregungen und praktische Einsichten weiter, damit ältere Patientinnen und Patienten vor Altersverwirrtheit, die im Kontext einer Operation auftritt, bewahrt werden können. Die Fortbildung wird vom St. Franziskus Hospital Münster durchgeführt. Neuerungen gibt es ab der nächsten Fortbildungseinheit, die am 28./29. November 2016 in Münster stattfindet: das Programm erhält wissenschaftliche Expertise vom Lehrstuhl Geriatrie der Universität Witten-Herdecke und der Bereich der Intensivmedizin bei geriatrischen Patientinnen und Patienten wird fachlich vertieft.

Eine Verbesserung der demenzsensiblen Versorgung ist auch Bestandteil des Krankenhausrahmenplans für NRW. Er enthält ein neues Konzept für eine patientenorientierte Altersmedizin (Geriatrie), nach dem bei der Aufnahme älterer Patientinnen und Patienten im Krankenhaus ein Screening vorgeschrieben ist. Mit wenigen, einfachen Fragen wird unter anderem abgeklärt, ob es Hinweise auf eine dementielle Erkrankungen gibt, um die weitere Behandlung gegebenenfalls anzupassen. Außerdem ist eine Erhöhung der Bettenzahlen in der Geriatrie vorgesehen.

Hintergrund
•In NRW sind rund 300.000 Menschen an Demenz erkrankt.
•Schätzungen zufolge wird sich die Zahl bis 2030 auf 450.000 Betroffene erhöhen.
•Eine äußerst erfolgreiche Bilanz weist das von 2012-2016 vom Land mit 326.000 Euro geförderte Vorgängerprojekt im Rahmen der Projektreihe „Blickwechsel.Demenz“ auf: In drei Jahren haben 70 Kliniken in NRW an dem Projekt teilgenommen und die Versorgung von Demenzerkrankten verbessert.
•Informationen für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen sowie für Krankenhäuser zu den Projekten gibt es im Internet unter folgendem Link.

Informationen zum Hospitationsprogramm gibt es im Internet unter folgendem Link.