04. Mai 2021

TELnet@NRW gewinnt Deutschen Preis für Patientensicherheit

KGNW an sektorenübergreifendem, digitalem Gesundheitsnetzwerk beteiligt

© ZTG GmbH (Archivbild von Januar 2020) Hohe Auszeichnung für TELnet@NRW: Das in der Corona-Pandemie eindrücklich bewährte Konzept intensivmedizinischer und infektiologischer Telekonsile belegt den ersten Platz beim Deutschen Preis für Patientensicherheit. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) ist Kooperationspartner des seit vier Jahren entwickelten Innovationsfondsprojekts. Verliehen wird die Auszeichnung vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. Die Preisverleihung fand am 29. April 2021 in digitaler Form statt. Begründung der Jury: Die Initiative zeige, „wie auch digitale Hilfsmittel zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen können – etwa indem sie eine hochqualifizierte telemedizinische Versorgung ermöglichen“. Dotiert ist der Deutsche Preis für Patientensicherheit mit 10.000 Euro.

Das sektorenübergreifende, digitale Gesundheitsnetzwerk TELnet@NRW ermöglicht den Universitätskliniken Aachen und Münster bereits seit vier Jahren Telekonsile mit Arztpraxen und Krankenhäusern in NRW. Davon profitierten allein zwischen Januar 2017 und März 2020 150.000 Patientinnen und Patienten. Vor einem Jahr ließ sich auf dieser Basis in nur sieben Tagen die notwendige Organisation und Technik für den vorzeitigen Start des Virtuellen Krankenhauses für Telekonsile zu intensivpflichtigen COVID-19-Patienten in NRW aufbauen.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung. Projekte wie TELnet@NRW tragen wesentlich zur Verbesserung der Patientenversorgung und -sicherheit bei. Der Preis bestärkt uns darin, auch weiterhin unser Know-how im Bereich der Digitalisierung des Krankenhauswesens einzubringen“, sagt KGNW-Geschäftsführer Matthias Blum. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat inzwischen empfohlen, TELnet@NRW in die bundesweite Regelversorgung aufzunehmen. Als erstem Schritt ermöglicht der G-BA befristet bis Ende 2021 Zentren in einem intensivmedizinischen digital-gestützten Versorgungsnetzwerk (IDV-Zentren). Die weitergehenden Prüfungen in den Gesundheitsministerien der Länder, dem Unterausschuss Bedarfsplanung des G-BA, dem GKV-Spitzenverband, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Krankenhausgesellschaft sowie dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) für die dauerhafte Versorgung laufen derzeit.

TELnet@NRW-Konsortialführer Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen, nahm den Preis stellvertretend für das Projekt-Team entgegen. „Für uns Ärztinnen und Ärzte im Projekt, aber ganz besonders auch für die Patientinnen und Patienten, war der Mehrwert der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit während der gesamten Laufzeit deutlich spürbar. Ich finde es großartig, dass diese subjektiven Empfindungen sich nun in der objektiven Bewertung durch die Jury bestätigt haben.“ Konsortialpartner des Projekts waren die Uniklinik RWTH Aachen, das Universitätsklinikum Münster, das Ärztenetz MuM Medizin und Mehr eG Bünde, das Gesundheitsnetz Köln-Süd e.V., die Techniker Krankenkasse, die Universität Bielefeld und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin.

Die weiteren Platzierten beim Deutschen Preis für Patientensicherheit:

  • Zweiter Platz: Projekt „Stop-Injekt Check“ – ein Konzept zur Vermeidung von Fehlern bei der Verabreichung intravenöser Injektionen, entwickelt vom InPASS Institut für Patientensicherheit und Teamtraining GmbH
  • Dritter Platz: CLAR (Cluster-Alarm-System) – ein an der Berliner Charité entwickeltes und eingesetztes elektronisches System, mit dem sich das gehäufte Auftreten von Krankheitserregern detektieren lässt
  • Nachwuchspreis für den Münchener Humanbiologen Dr. Dominik Bauer für seine Dissertation zu „Auswirkungen einer intersektoralen pharmakotherapeutischen Betreuung durch Apotheker auf die Symptomlast von Palliativpatienten“