30. April 2021

„Endlich geht es auch für die Krankenhäuser los“

KGNW informiert Mitglieder über Telematikinfrastruktur

© gematik GmbH Der Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) ist geschafft, doch das war erst der Anfang: Seit dem 1. Januar müssen die Krankenhäuser laut „Digitale Versorgung-Gesetz“ (DVG) an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein. Ziel ist eine einrichtungsübergreifende Kommunikationsinfrastruktur, um die Akteure im Gesundheitswesen miteinander zu vernetzen – darunter Krankenhäuser, Ärzte und Apotheken. Die ersten Anwendungen starteten mit dem Notfalldatenmanagement (NFDM), dem Elektronischen Medikationsplan (eMP) und der Kommunikation im Medizinwesen (KIM) bereits 2020.

Dieses Jahr geht es unter anderem weiter mit dem Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS), mit dem Implantateregister, dem E-Rezept, der Elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), mit KIM 1.5 sowie der elektronischen Patientenakte (ePA) 1.1, die ab Januar 2022 um medizinische Informationsobjekte (ePA 2.0) ergänzt wird.

„Endlich geht es auch für die rund 345 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen los“, sagt Burkhard Fischer, Leiter des Referats „Qualitätsmanagement, IT und Datenanalyse“ der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Das sei eine Aufgabe, bei der alle mitziehen müssten. Die KGNW begleitet ihre Mitglieds-Krankenhäuser mit einer mehrteiligen Informationsreihe bei dieser digitalen Herausforderung.

„Die Komplexität der medizinischen Anwendungen der TI im Krankenhaus zeigt sich am Beispiel der ePA 1.1: Krankenhäuser müssen zum 1. Juli 2021 für alle ambulanten Patienten, zum 1. Januar 2022 auch für alle stationären Patienten anbieten, ihre relevanten Behandlungsdokumente in die ePA des Patienten zu übertragen“, erklärt Burkhard Fischer. „Die Tücke liegt oft im Detail.“ Das zeigte auch Teil fünf der Informationsveranstaltungsreihe am 20. April 2021, die sich gleichermaßen an die Geschäftsführungen und an die für die TI verantwortlichen Mitarbeitenden wie Patientenverwaltung, Digitalisierungsbeauftragte und Krankenhaus-IT richtet.

Als Themen standen bei der aktuellen Veranstaltung auf dem Programm:

  • TI-Herausforderungen 2021: Kommunikation im Medizinwesen, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, E-Rezept und elektronische Patientenakte
  • Verzeichnisdienst und SMC-B (inklusive Krankenhausapotheke): SMC-B beschreibt den Praxis- oder Institutionsausweis, um eine medizinische Einrichtung an die Telematikinfrastruktur anzubinden.
  • Fortschreibung der Finanzierungsvereinbarung
  • Vertragsärztliche Bereiche im Krankenhaus – aktueller Sachstand und Herausforderungen 2021
  • Elektronische Patientenakte (ePA) – Umsetzung im Krankenhaus-Informationssystem ORBIS
  • Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und KIM – Umsetzung in iMedOne

Burkhard Fischer zieht ein positives Resümee: „Der Anfang ist gemacht, es warten jedoch noch viele Herausforderungen in puncto Telematikinfrastruktur auf uns.“ Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe ist für den Herbst 2021 geplant, wenn Krankenhäuser die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einführen und den Anschluss an die ePA auch für alle stationären Patienten schaffen.